Außergewöhnliche Aktion zum Bildungsstreik

Osterhasen im DGB Büro mit Weihnachtsbaum.
17.12.09Osterhasen sorgen für aufsehen auf dem Weihnachtsmarkt in Saarlouis.
Osterhasen auf dem Saarlouiser Weihnachtsmarkt
Mit einer spektakulären Aktion auf dem Saarlouiser Weihnachtsmarkt machten die DGB Jugend Saar und das SchülerInnenbündnis Kreis Saarlouis am vergangenen Sonntag auf den Bildungsnotstand aufmerksam.
Nicht der von den dortigen BesucherInnen erwartete Nikolaus mit Geschenken, sondern ein Trupp von 10 Osterhasen sorgten am 3. Adventssonntag für Unterhaltung.
Die Hasen verteilten bunte Ostereier mit den Forderungen nach einer besseren Bildungspolitik.
Die Jugendlichen warben im Gespräch mit Passanten für Ihren Standpunkt zur Bildungspolitik.
Ein zentrales Ziel der Aktion war, die Landesregierung öffentlich an ihre Versprechen von vor der Wahl zu erinnern.
Für die DGB Jugend Saar und das SchülerInnenbündnis Kreis Saarlouis (SBKS) stehen vor allem folgende Forderungen im Vordergrund:
- die Abschaffung aller Bildungsgebühren,
- die Reform des G8 Schulunterrichts und
- das Wahlalter 16.
So ist es der Gewerkschaftsjugend im Saarland und dem SBKS ein wichtiges Anliegen, dass der Zugang zu Bildung für Kinder und Jugendliche aller Gesellschaftsschichten gleichermaßen gewährleistet ist.
Gleiches Recht auf Bildung für alle!
Unabhängig vom Einkommen der Eltern.
Nicht nur die Abschaffung aller Studiengebühren sondern auch eine Ganztagsbetreuung für Kinder und Jugendliche ohne finanzielle Beiträge der Eltern.
Die Umsetzung der Schulreform G8 ist schon von Anbeginn kritisch beobachtet worden. Nun, da die ersten Abiturienten, Abiturientinnen des G8-Jahrgangs mit ihrer Schulausbildung fertig geworden sind, gibt es Erkenntnisse dieser Betroffenen, um diese Schulform neu zu überarbeiten.
Es geht nicht nur um die Vermittlung von Lernstoff, sondern auch um einen Reifungsprozess, der nun um 12 Monate verkürzt wird. Dies geht allerdings selten ohne Probleme von statten. Die Erfahrungen eines ganzen Schuljahres werden den G8-SchülerInnen genommen. Diese müssen sie dann auf dem Arbeitsmarkt oder in einem ebenso gestrafften Bachelor-Studium machen. Es geht auch in Zeiten der Weltwirtschaftskrise in erster Linie darum, für die Zukunft gut ausgebildete und motivierte Fachkräfte hervor zu bringen und nicht darum möglichst schnell Menschen auf den Arbeitsmarkt zu bringen. Weiterhin sind sich die Vertreter der Jugendorganisationen einig darüber, dass die Jugendlichen intensiver in die Politik eingebunden werden müssen. Auch in einer passiven Demokratie, in der wir nur alle vier bzw. fünf Jahre an der Wahlurne nach unsere Meinung gefragt werden, muss die Beteiligung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen gewährleistet werden.
Es kann nicht sein, dass jemand mit 16 Jahren eine Ausbildung beginnen und arbeiten, sich aber nicht an demokratischen Prozessen in der Gesellschaft beteiligen darf. Skandalös wird es dann, wenn Jugendliche eines bestimmten Jahrgangs mit 23 Jahren erstmals zur Wahl gehen können.
Darum fordern die DGB Jugend Saar und das SchülerInnenbündnis die Einführung des Wahlrechts für 16 Jährige.
Auch nach den Weihnachtsfeiertagen werden die GewerkschafterInnen zusammen mit SchülerInnen und Studierenden für die Umsetzung der Forderungen eintreten.
So sind bereits weitere Aktionen geplant, um die saarländische Landesregierung immer wieder an ihre Versprechen zu erinnern, u. a. die Studiengebühren abzuschaffen.